Fragen zu Pfändungen

Produktinformationen - Pfändungen


Was ist das P-Konto (Pfändungsschutzkonto)?

Das P-Konto ist ein Girokonto mit eingeschränkten Funktionen, das Ihnen einen automatischen Pfändungsschutz gewährleistet. Auf dem „P-Konto“ wird der monatliche Pfändungsfreibetrag berücksichtigt.

Das heißt: Diese Summe kann nicht gepfändet werden. Und Sie haben trotz bestehender Pfändung weiterhin die Möglichkeit, am bargeldlosen Zahlungsverkehr (u.a. Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften) teilzunehmen. Hierzu zählen auch Bargeldauszahlungen an den Geldautomaten. Für die Nutzung höherer Freibeträge legen Sie uns bitte die entsprechenden Nachweise vor.

Um ein bestehendes Girokonto in ein P-Konto umwandeln zu lassen, reichen Sie bitte postalisch einen Umstellungsauftrag an „norisbank GmbH, 10910 Berlin“ ein.

Kann auch ein Gemeinschaftskonto in ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) umgewandelt werden?

Nein. Das P-Konto darf ausschließlich als Einzelkonto geführt werden. Bei Gemeinschaftskonten muss gegebenenfalls für jeden Partner ein eigenes P-Konto eröffnet werden.

Wie viele P-Konten kann ich haben?

Jede Person darf nur ein Girokonto als Pfändungsschutzkonto führen. Das Führen mehrerer Pfändungsschutzkonten ist untersagt und kann strafrechtlich verfolgt werden.

Gibt es beim P-Konto keine Pfändung mehr?

Doch. Auch das P-Konto kann eine Kontopfändung nicht verhindern. Es ist als einziger Kontopfändungsschutz gerade dafür gedacht, Ihnen auch bei einer Pfändung die Teilnahme am Zahlungsverkehr (u.a. Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften) zu ermöglichen.

Kann meine Bank mich über das P-Konto beraten?

Generell ist eine individuelle Rechtsberatung den rechtsberatenden Berufen und entsprechenden (Schuldner-) Beratungsstellen vorbehalten. Die Bank nimmt nur die Einrichtung des P-Kontos vor und stellt allgemeine Informationen zur Verfügung. Eine individuelle Beratung darf die Bank nicht vornehmen.

Kann auf dem P-Konto Guthaben über den Sockelfreibetrag hinaus geschützt werden?

Die Pfändungsfreigrenze kann pauschal angehoben oder individuell festgesetzt werden. Das kann z.B. dann der Fall sein, wenn Sie Unterhalt leisten oder Leistungen für Ihre Bedarfsgemeinschaft empfangen. Die Erhöhung setzt aber eine entsprechende Bescheinigung durch die im Gesetz genannten Stellen oder einen gerichtlichen Beschluss voraus.

Wer bescheinigt zusätzliche Freibeträge?

Bescheinigungen dürfen nur vom Arbeitgeber, Sozialleistungsträger, Familienkassen oder einer anerkannten Person oder Stelle im Sinne § 305 Abs. 1 Nr. 1 Insolvenzordnung (z.B. Rechtsanwälte, Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen) ausgestellt werden und sollten aktuell sein.

Wie lange ist die Erhöhungsbescheinigung nach §850 k ZPO gültig?

Das ist im Gesetz nicht geregelt und richtet sich nach dem Bescheinigungsgrund. Kindergeld z.B. wird regelmäßig nur bis zum Alter von 18 Jahren gewährt. Wird drüber hinaus weiter Kindergeld gezahlt, wäre die Bescheinigung zu erneuern. Zudem prüft die Bank in gewissen Abständen, ob die Voraussetzungen noch vorliegen. Einzelheiten entnehmen Sie daher bitte unserem Bestätigungsschreiben zu Ihrer Erhöhungsbescheinigung. Denken Sie bitte daran, sich dann rechtzeitig vor Ablauf der Frist eine Folgebescheinigung bei den hierfür vorgesehenen, autorisierten Einrichtungen zu besorgen.

Was passiert mit dem Guthaben, das über das pfändungsfreie Guthaben hinausgeht?

Das über das pfändungsfreie hinausgehende Guthaben wird gesperrt und steht unter bestimmen Voraussetzungen im folgenden Monat bis zur Höhe des Freibetrages als neues Guthaben zur Verfügung (u.a. durch Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften). Anderenfalls ist die Bank verpflichtet, dieses für den pfändenden Gläubiger zu sperren und ggf. an diesen zu überweisen.

Was passiert, wenn das pfändungsfreie Guthaben nicht vollständig verfügt (u.a. durch Bargeldauszahlung, Dauerauftrag, Lastschrift, Überweisungsausgang) wurde?

Sollten Sie Ihr pfändungsfreies Guthaben nicht vollständig verbraucht haben, wird der Restbetrag einmalig in den nächsten Monat übertragen. In diesem Folgemonat steht Ihnen dieser Betrag dann zusätzlich zu neuem pfändungsfreien Guthaben zur Verfügung.

Warum werden Zahlungsaufträge wie Überweisungen oder Lastschriften nicht ausgeführt?

Zahlungsaufträge (u.a. Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften) werden nicht ausgeführt, wenn das pfändungsfreie Guthaben in dem jeweiligen Monat nicht mehr ausreicht. Bei der Nichtausführung ist die Bank gesetzlich verpflichtet, Sie hierüber zu unterrichten. Um die hierbei entstehenden Kosten zu vermeiden, ist es ratsam, dass Sie vorher den Stand Ihres noch verfügbaren Guthabens überprüfen.

Kann für ein P-Konto auch ein Dispositionskredit (eingeräumte Kontoüberziehung) eingeräumt werden?

Der gesetzliche Pfändungsschutz funktioniert nur im Guthabenbereich uneingeschränkt. Daher macht die Einräumung eines Dispositionskredits keinen Sinn. Zudem ist dieser bonitätsabhängig, was bei der Notwendigkeit der Führung eines P-Kontos meist nicht gegeben ist.