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Finanzlexikon

Das Finanzlexikon erläutert diverse Fachbegriffe aus der Finanzwelt. Blättern Sie in unserem Lexikon, indem Sie den Anfangsbuchstaben Ihres gesuchten Begriffes anklicken.

b.a.W-Linie

Kreditlinie (u.a. eingeräumte Kontoüberziehung), die "bis auf Weiteres" von der Bank zur Verfügung gestellt wurde (und deshalb täglich kündbar ist).

Backtesting

Verfahren einer Bank, bei dem im Nachhinein die prognostizierten Ausfallwahrscheinlichkeiten mit den tatsächlich aufgetretenen Kreditausfällen verglichen werden. Durch diese Maßnahmen können Ungenauigkeiten und systematische Fehler entdeckt werden, so dass das Rating-System ständig verbessert werden kann.

Baisse

Längere Zeit anhaltende, starke Kursrückgänge an der Börse. Gegensatz zu Hausse.

Bank Identifier Code (BIC)

Diese Prüfziffer ist weltweit genormt, über sie ist jede Bank der Welt im globalen Banknetzwerk erreichbar und kann eindeutig identifiziert werden. Der Bank Identifier Code ist acht oder elf Stellen lang und wird wie eine internationale Bankleitzahl verwendet.

Bankenabgabe

Auf Grundlage des Restrukturierungsgesetzes vom 9. Dezember 2010 sind Banken verpflichtet, einen Jahresbeitrag zum Restrukturierungsfonds zu leisten. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach Geschäftsvolumen, Größe und Vernetzung des einzelnen Instituts. Der Fonds dient der Finanzierung von Restrukturierungsmaßnahmen.

Bankenaufsicht

Die Bankenaufsicht stellt die Funktionsfähigkeit des Finanzsektors einer Volkswirtschaft sicher. Dieser umfasst die Kontoführung und sonstige Finanzdienstleistungen. In Deutschland ist die Bundesbank gemeinsam mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Bankenaufsicht zuständig. Derzeit wird die Übertragung der Aufsichtsbefugnisse für größere Banken (mit einer Bilanzsumme oberhalb von 30 Mrd.€) auf die Europäische Zentralbank vorbereitet.

Bankenmarge

Differenz zwischen Kundenzins und Refinanzierungskosten; dient zur Deckung der Kosten von Verwaltung, Vertrieb, Risiken und Eigenkapitalverzinsung.

Bankleitzahl

Seit 1970 gibt es in Deutschland die sogenannten Bankleitzahlen (BLZ). Alle Kreditinstitute und viele Bankstellen eines Instituts haben eine eigene Nummer, die achtstellige Bankleitzahl. Diese ist dazu notwendig, damit eine Zahlung (u.a. Überweisung, Dauerauftrag und Lastschrift) bei dem richtigen Kreditinstitut ankommt.

Bankschuldverschreibung

Von Kreditinstituten ausgegebene Schuldverschreibung.

Barwert

Gegenwartswert zukünftiger Zahlungen (u.a. Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften). Er wird ermittelt, indem sämtliche zukünftige Zahlungen diskontiert und aufsummiert werden.

Basel II

Als Basel II wird ein im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht von 27 Ländern international vereinbartes Regelwerk zur Bemessung der für Banken erforderlichen Eigenkapitalausstattung bezeichnet. Basel II ist im Juni 2004 verabredet und über eine europäische Richtlinie und ein deutsches Gesetz umgesetzt worden. Diese neuen Regeln gelten in Deutschland seit Anfang 2008. Basel II ist stärker risikoorientiert als der Eigenkapitalstandard Basel I aus dem Jahre 1988 und setzt Anreize, die bankinternen Verfahren der Risikomessung und des Risikomanagements zu verfeinern.

Basel III

Basel III bezeichnet das im Dezember 2010 vom Baseler Ausschuss vorgelegte Regelwerk mit verschärften Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften für Banken. Die Europäische Kommission hat im Juli 2011 Entwürfe für eine Richtlinie und eine Verordnung vorgelegt, um das Regelwerk in europäisches Recht umzusetzen. Das europäische Gesetzgebungsverfahren wurde 2013 abgeschlossen, die Regeln treten zum 1.1.2014 in der EU und damit auch in Deutschland in Kraft.

Baseler Ausschuss

Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht; 1974 von den Zentralbanken und Aufsichtsbehörden der damals zehn führenden Industrienationen (G10) gegründet, heute gehören dem Ausschuss 27 Staaten an; Sitz in Basel.

Basispunkte

Maßeinheit für die Differenz zwischen zwei Zinssätzen, ausgedrückt in der zweiten Nachkommastelle (ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozentpunkten).

Basket

Englisch für Korb, bezeichnet die Zusammenstellung von Werten einer bestimmten Art, zum Beispiel von Aktien.

Beleihungsgrenze

Höchstwert, zu dem eine Bank ein Sicherungsobjekt (z. B. eine Immobilie) als Sicherheit akzeptiert. Die Beleihungsgrenze ergibt sich aus dem ermittelten Beleihungswert einer Sicherheit, von dem ein Sicherheitsabschlag abgezogen wird, um beispielsweise Verwertungsrisiken zu berücksichtigen.

Beleihungswert

Wert einer Kreditsicherheit, der sich aller Wahrscheinlichkeit nach langfristig bei deren Verwertung erzielen lässt. Ziel ist es, konjunkturelle oder spekulative Einflüsse zu eliminieren.

Benchmark

Wert, den man als Maßstab für Leistungsvergleiche benutzt.

Bereitstellungsprovision

Entgelt für die Bereitstellung eines Kredites für den Zeitraum, in dem dieser Kredit dem Kreditnehmer zur Verfügung steht, von diesem aber noch nicht abgerufen wurde.

Bestens

Zusatz bei einem Auftrag an ein Kreditinstitut, Wertpapiere oder Devisen zu verkaufen; er bedeutet, dass zum höchstmöglichen Kurs (bestens) verkauft werden soll.

Bezugsrecht

Recht des Aktionärs, bei der Erhöhung des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft entsprechend seinem bisherigen Anteil am neuen Kapital berücksichtigt zu werden. Wird das Grundkapital zum Beispiel um ein Drittel erhöht, erhält der Aktionär gegen Zahlung (u.a. Überweisung, Lastschrift) des Bezugspreises eine neue Aktie im Verhältnis drei zu eins (also für drei alte Aktien eine neue). Da das Bezugsrecht nicht zum Bezug verpflichtet, können während der Bezugsfrist von mindestens zwei Wochen Bezugsrechte an der Börse verkauft oder gekauft werden.

BIC

Bank Identifier Code. Internationale Bankleitzahl gemäß ISO 9362. Verzeichnis unter www.swift.com/biconline

Billigst

Zusatz bei einer Wertpapierorder an ein Kreditinstitut, Wertpapiere zum niedrigstmöglichen Kurs zu kaufen.

Blanko-Kredit

Kredit ohne zusätzlich bestellte besondere Sicherheit. In der Praxis üblich bei hoher Bonität oder kleineren Kreditbeträgen, bei denen eine Sicherheitenbestellung wirtschaftlich unverhältnismäßig wäre.

Blue Chips

Amerikanischer Börsenausdruck für Spitzenwerte unter den Aktien, d.h. Aktien großer, international bekannter und solider Unternehmen.

Bonds

Angelsächsische und internationale Bezeichnung für festverzinsliche Wertpapiere.

Bonität

Die Bonität oder Kreditwürdigkeit bezeichnet die Fähigkeit einer Person oder Firma, die einen Kredit aufnehmen möchte, die eingegangenen Zins- und Tilgungsverpflichtungen zu erfüllen.

Kreditinstitute nehmen für eine möglichst objektive und genaue Bonitätseinschätzung ein mathematisch-statistisches Verfahren zu Hilfe, das sogenannte Kredit-Scoring. Der Einsatz dieses Verfahrens ermöglicht zudem eine schnelle und sichere Kreditentscheidung zu geringeren Bearbeitungskosten, von denen der Kunde in Form günstigerer Kreditzinsen profitieren kann. Mit dem ermittelten Score-Wert ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage darüber verbunden, ob der potenzielle Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen in Zukunft termingerecht nachkommen wird. Scoring ist aber zumeist nicht allein ausschlaggebend für die Kreditentscheidung. Wird ein Kreditantrag abgelehnt, kann der Kunde sich von seiner Bank die Gründe für die Ablehnung erläutern lassen. Denn die Bonitätsprüfung vor einer Kreditzusage ist nicht nur notwendig, um das Kreditinstitut so weit wie möglich vor finanziellen Verlusten zu schützen, sondern kann den Kreditnehmer auch vor Überschuldung bewahren.

Bonus

Zusätzliche Zahlung (Überweisung) an Aktionäre oder Sparer, zum Beispiel neben der regulären Dividende bzw. den vereinbarten Zinsen.

Briefkurs

Preis, zu dem ein Wert angeboten wird (Verkaufspreis).

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Die BaFin umfasst die drei ehemaligen Aufsichtsämter für das Kreditwesen, das Versicherungswesen und den Wertpapierhandel. Sie wurde im Mai 2002 gegründet. Ziel der BaFin ist es, die Funktionsfähigkeit und Stabilität des deutschen Finanzsystems zu sichern.

Bürgschaft

Übernahme einer subsidiären (also nachrangigen) Haftung für Forderungen des Hauptschuldners durch einen Bürgen.

Bürgschaftsbanken

Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft für den Mittelstand. Sie übernehmen Ausfallbürgschaften für kurz-, mittel- und langfristige Kredite. Unternehmen und Angehörige der freien Berufe, denen beispielsweise für ein betriebswirtschaftlich sinnvolles Investitionsvorhaben wegen fehlender Sicherheiten kein oder kein ausreichender Kredit gewährt werden kann, können Ausfallbürgschaften in Anspruch nehmen. Die Bürgschaft wird in der Regel bei der Hausbank beantragt. Eine Ausnahme stellt die Bürgschaft ohne Bank (BoB) dar, bei der der Bürgschaftsantrag direkt bei der Bürgschaftsbank gestellt wird. Ein finanzierendes Kreditinstitut wird erst nach Genehmigung der Ausfallbürgschaft gesucht.

 

Das Glossar wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Banken erstellt.

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